Paar Mitte 40 prüft abends am Küchentisch seine Rentenunterlagen, im Fenster der Magdeburger Dom

Altersvorsorge verstehen

Die Rentenlücke

Wie groß der Abstand zwischen Ihrer gesetzlichen Rente und dem ist, was Sie im Ruhestand brauchen. Woher er kommt, wie er sich entwickelt und welche Wege ihn schließen.

Alle Zahlen mit Quelle Stand August 2026 Lesezeit rund 9 Minuten

Kapitel 1

Was die Rentenlücke ist und was sie nicht ist

Die Rentenlücke ist der Unterschied zwischen dem, was Sie im Ruhestand zum Leben brauchen, und dem, was die gesetzliche Rente davon deckt. Klingt einfach. Der Fehler steckt fast immer in der Frage, welche Zahl man mit welcher vergleicht.

Drei Zahlen, die ständig verwechselt werden

Wer seine Renteninformation aufschlägt, sieht dort einen Bruttobetrag. Das ist nicht das Geld, das später auf dem Konto landet, und es ist erst recht nicht das, was dieses Geld dann noch wert ist. Zwischen diesen drei Zahlen liegt der größte Teil des Missverständnisses:

  • Die Bruttorente: der Betrag aus Ihrer Renteninformation, hochgerechnet aus Ihren bisherigen Beiträgen.
  • Was tatsächlich ausgezahlt wird: nach Kranken- und Pflegeversicherung, und nach Steuern.
  • Was davon übrig bleibt: gemessen an dem, was Sie in zwanzig oder dreißig Jahren tatsächlich brauchen werden.

Erst die dritte Zahl ist die Rentenlücke. Die ersten beiden erklären, warum sie meist größer ausfällt als gedacht.

Häufiges Missverständnis

„Die Rente deckt doch die Hälfte meines Einkommens“

Diese Annahme stammt vom Rentenniveau, dem „Sicherungsniveau vor Steuern“, das derzeit bei 48 Prozent liegt. Nur misst diese Kennzahl etwas anderes, als die meisten glauben.

Sie beschreibt das Verhältnis der Standardrente (45 Jahre Beiträge, jedes Jahr exakt Durchschnittsverdienst) zum Durchschnittsentgelt aller Versicherten. Nicht das Verhältnis Ihrer Rente zu Ihrem letzten Gehalt.

Für Sie heißt das: Wer weniger als 45 Jahre eingezahlt oder Zeiten in Teilzeit, Ausbildung, Elternzeit oder Selbstständigkeit verbracht hat, liegt darunter. Und wer überdurchschnittlich verdient, bei dem ersetzt die Rente einen kleineren Anteil des eigenen Einkommens: nicht 48 Prozent, sondern deutlich weniger.

Kapitel 2

Von 1.913 Euro brutto bleiben keine 1.913 Euro

Rechnen wir es an der offiziellen Vergleichsgröße durch, der Standardrente. Sie entsteht aus 45 Beitragsjahren mit jeweils durchschnittlichem Verdienst und ist damit ein günstiger Fall. Die wenigsten erreichen sie.

Schritt 1 · Brutto 1.913,40 € Standardrente, monatlich

45 Entgeltpunkte multipliziert mit dem aktuellen Rentenwert von 42,52 Euro. Der Wert gilt seit der Rentenanpassung zum 1. Juli 2026, die 4,24 Prozent brachte.

Schritt 2 · Sozialabgaben 1.677,10 € nach Kranken- und Pflegeversicherung

Rentner tragen 7,3 Prozent Krankenversicherung, den halben Zusatzbeitrag ihrer Kasse (im Schnitt 1,45 Prozent) und die Pflegeversicherung allein: 3,6 Prozent mit Kind, 4,2 Prozent ohne. Zusammen rund 12,4 Prozent, hier 236,30 Euro im Monat.

Schritt 3 · Steuern 84 % steuerpflichtig bei Rentenbeginn im Jahr 2026

Wer 2026 in Rente geht, muss 84 Prozent seiner Rente versteuern. Der Anteil steigt jedes Jahr um 0,5 Prozentpunkte und erreicht 2058 die vollen 100 Prozent. Wie viel Steuer tatsächlich anfällt, hängt vom Grundfreibetrag (12.348 Euro im Jahr 2026) und von weiteren Einkünften ab.

Und die Inflation? Sie wirkt anders, als oft behauptet wird. Die gesetzliche Rente ist an die Löhne gekoppelt, nicht an die Preise: Sie wird also regelmäßig angehoben und verliert nicht einfach an Kaufkraft. Das ist besser als ihr Ruf. Das Problem liegt woanders: Ihre eigenen Ersparnisse auf Giro- und Tagesgeldkonten verlieren real an Wert, und Ihr Bedarf im Alter wächst mit den Preisen weiter. Wer heute 1.677 Euro für auskömmlich hält, braucht in zwanzig Jahren bei 2,2 Prozent Inflation rund 2.592 Euro, um sich dasselbe leisten zu können.

Kapitel 3

Drei Gründe, warum die Lücke entsteht

Die Rentenlücke ist kein Betriebsunfall und kein Versagen der Politik. Sie folgt aus drei Entwicklungen, von denen zwei seit Jahrzehnten absehbar sind und die dritte in Ihrer eigenen Biografie liegt.

01

Immer weniger Zahler, immer mehr Empfänger

Die gesetzliche Rente ist ein Umlagesystem: Was heute eingezahlt wird, wird heute ausgezahlt. Es gibt keinen Topf, in dem Ihr Geld auf Sie wartet. Das funktioniert, solange genug Menschen einzahlen. Und genau daran ändert sich gerade etwas Grundsätzliches.

Die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 1960er gehen bis Anfang der 2030er Jahre in den Ruhestand. Sie wechseln von der Zahler- auf die Empfängerseite, und nachrücken werden deutlich kleinere Jahrgänge. Das ist keine Prognose, sondern Arithmetik: Diese Menschen sind bereits geboren.

25 % der Bevölkerung werden 2035 mindestens 67 Jahre alt sein. 2024 waren es 20 Prozent. Auf 100 Menschen im erwerbsfähigen Alter kommen heute 33 Personen ab 67; bis 2070 werden es je nach Zuwanderung 43 bis 61 sein. Die Zahl der 20- bis 66-Jährigen sinkt von 51,2 Millionen um mindestens 4 Millionen.
02

Die Rentenformel bremst mit Absicht

Damit die Beiträge nicht ins Unermessliche steigen, enthält die Rentenformel einen Nachhaltigkeitsfaktor. Er sorgt dafür, dass die Renten langsamer wachsen als die Löhne, sobald das Verhältnis von Rentnern zu Beitragszahlern ungünstiger wird. Das Rentenniveau sinkt dadurch systematisch. Das ist kein Nebeneffekt, sondern der Zweck der Konstruktion.

Der Gesetzgeber hat diesen Mechanismus vorübergehend außer Kraft gesetzt. Mit dem Rentenpaket, das der Bundestag im Dezember 2025 beschlossen hat, ist das Sicherungsniveau bei 48 Prozent festgeschrieben, bis 2031. Danach greift der Nachhaltigkeitsfaktor nach heutiger Gesetzeslage wieder.

2031 endet die Haltelinie. Der Rentenversicherungsbericht 2025 rechnet für 2039 mit einem Sicherungsniveau von 46,3 Prozent, bei einem Beitragssatz, der von heute 18,6 Prozent steigen wird.
03

Ihre eigene Erwerbsbiografie

Die Standardrente unterstellt 45 Jahre ohne Unterbrechung, jedes Jahr exakt Durchschnittsverdienst. Kaum jemand entspricht diesem Modell. Studium, Ausbildung, Elternzeit, Teilzeit, Pflege von Angehörigen, Selbstständigkeit, Arbeitslosigkeit oder ein Auslandsaufenthalt: jede dieser Phasen kostet Entgeltpunkte.

Der zweite Effekt ist weniger bekannt und trifft ausgerechnet diejenigen, die gut verdienen: Die Rente wird durch die Beitragsbemessungsgrenze gedeckelt. Wer darüber verdient, zahlt für den übersteigenden Teil keine Beiträge und erwirbt daraus auch keine Ansprüche. Je höher Ihr Einkommen, desto kleiner der Anteil, den die gesetzliche Rente davon ersetzt, und desto größer die Lücke, die Sie selbst schließen müssen.

1.501 € betrug die durchschnittlich ausgezahlte Altersrente brutto Ende 2024. Bei mindestens 35 Versicherungsjahren waren es 1.892 Euro für Männer und 1.459 Euro für Frauen.

Kapitel 4

Was für die Zukunft feststeht und was nicht

Seriöserweise muss man hier drei Dinge auseinanderhalten: was gesetzlich beschlossen ist, was die amtliche Vorausberechnung erwartet, und was schlicht niemand weiß.

49 % 48 % 47 % 46 % 45 % 2026 2031 2039 48,0 % 46,3 %
Gesetzlich festgeschriebene Haltelinie Vorausberechnung Rentenversicherungsbericht 2025

Beschlossen

Das Sicherungsniveau vor Steuern bleibt bis 2031 bei 48 Prozent. Der Beitragssatz liegt bei 18,6 Prozent und bleibt bis 2027 stabil. Die Regelaltersgrenze steigt schrittweise auf 67 Jahre. Wer 2026 in Rente geht, versteuert 84 Prozent seiner Rente.

Vorausberechnet

Der Rentenversicherungsbericht 2025 erwartet bis 2039 ein Sicherungsniveau von 46,3 Prozent und Renten, die insgesamt um gut 45 Prozent steigen, im Schnitt 2,8 Prozent jährlich. Der Beitragssatz muss dafür nach 2027 steigen. Die Rücklage lag Ende 2025 bei rund 41,5 Milliarden Euro, gut 1,4 Monatsausgaben.

Offen

Was nach 2031 gilt, ist politisch umstritten und nicht entschieden. Ob die Haltelinie verlängert wird, wer das bezahlt, wie hoch Beiträge und Steuerzuschuss steigen dürfen: all das steht dahin. Sicher ist nur: Eine Verlängerung wäre teuer, und bezahlen müssten sie die Beitragszahler.

Der ehrliche Punkt an dieser Stelle: Der Rückgang von 48 auf 46,3 Prozent klingt nach wenig. Er ist es auch, gemessen an dem, was die meisten befürchten. Die gesetzliche Rente bricht nicht zusammen. Sie war nur nie dafür gedacht, den Lebensstandard allein zu tragen. Genau das ist die Lücke: kein Defekt, sondern die Konstruktion.

Kapitel 5

Wie groß ist Ihre Lücke?

Fünf Fragen, keine Anmeldung, kein Ergebnis hinter einem Formular. Sie sehen Ihre Zahlen sofort. Die Auswertung per E-Mail ist freiwillig.

Eingabemaske

Regler oder Zahl bewegen, Ergebnis aktualisiert live
Rentenplanung (rein persönlich)
Jahre
Jahre
Jahre
Destatis, Sterbetafel 2023/2025: fernere Lebenserwartung ab 65 Jahren. Individuell anpassbar.
%
Destatis: Jahresdurchschnitt 2025 = 2,2 %. Zukünftige Inflation ist eine unverbindliche Modellannahme.
* Pflichtfeld
Sonstige Vorsorge (mtl., heutige Kaufkraft)
Einmalzahlung bei Rentenbeginn (z. B. bAV-Kapitalauszahlung, Immobilienverkauf)
Linker Balken: gewünschte Rente. Rechter Balken: bereits gedeckter Teil (gesetzliche Rente + sonstige Vorsorge) und die verbleibende Lücke.
Rentenlücke pro Monat (heutige Kaufkraft)
−400 €
Wunschrente − gesetzl. Rente − sonstige Vorsorge
Rentenlücke bei Rentenbeginn (nominal)
−580 €
Inflationsbereinigt hochgerechnet, 22 Jahre bis Rente
Kumulierte Lücke im Ruhestand
−86.400 €
Nominal, bei 18 Jahren Rentenbezug (bis Alter 85)
Jahre bis Rente
22
Wunschrente (heute)
2.000 €
Gesetzl. + sonst. Vorsorge
1.600 €
Deckungsquote
80 %
Rentenbezugsdauer
18 Jahre

Rentenlücke im Detail

Gewünschte Rente (netto, mtl.)2.000 €
Erwartete gesetzliche Rente (mtl.)1.400 €
Sonstige Vorsorge gesamt (mtl.)200 €
Verbleibende Lücke (mtl.)400 €

Sonstige Vorsorge — Quellen

Immobilien0 €
Fonds / ETF / Depot100 €
bAV / Rentenversicherung100 €
Sonstiges0 €
Einmalzahlung (Äquivalenzrente)0 €

Inflation & Hochrechnung

Inflationsannahme2,0 % p.a.
Lücke heute400 €
Lücke nominal bei Rentenbeginn580 €
Nicht berücksichtigt: Brutto/Netto-Unterschied bei der gesetzlichen Rente (Kranken-/Pflegeversicherung der Rentner, ggf. Steuer), Rentenanpassungen während der Bezugsdauer, Hinterbliebenen-/Partnerrente, steuerliche Behandlung der Einmalzahlung (z. B. Fünftelregelung). Die Einmalzahlung wird vereinfacht linear über die Rentenbezugsdauer verzehrt, ohne Verzinsung. Für eine belastbare Planung empfiehlt sich der aktuelle Rentenbescheid als Grundlage.
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Haftungshinweis: Diese Berechnung ist ein unverbindliches, vereinfachtes Orientierungsmodell auf Basis Ihrer eigenen Eingaben. Sie ersetzt keine individuelle Finanz-, Steuer- oder Rentenberatung und stellt keine Rechts-, Anlage- oder Steuerberatung dar. Alle Angaben ohne Gewähr. Die InterInvest Immobilien GmbH übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der dargestellten Werte, Annahmen und Ergebnisse. Für eine verbindliche Planung wenden Sie sich bitte an einen unabhängigen Finanz- oder Rentenberater.
Wie der Rechner rechnet. Er vergleicht Ihre Wunschrente mit gesetzlicher Rente und vorhandener Vorsorge, rechnet die Differenz mit der von Ihnen gewählten Inflationsrate auf den Rentenbeginn hoch und summiert sie über die Bezugsdauer. Voreingestellt sind 2,2 Prozent, der Jahresdurchschnitt 2025 laut Statistischem Bundesamt. Nicht berücksichtigt sind unter anderem der Unterschied zwischen Brutto- und Nettorente, Rentenanpassungen während des Bezugs und die steuerliche Behandlung. Das Ergebnis ist eine Orientierung, keine Beratung.

Kapitel 6

Fünf Wege aus der Lücke und wo jeder an seine Grenze kommt

Es gibt keinen Weg, der für alle richtig ist. Es gibt aber Wege, deren Grenzen man kennen sollte, bevor man sich entscheidet. Wir bauen Immobilien und sagen Ihnen trotzdem, wo auch die Immobilie aufhört zu passen.

Sparbuch und Tagesgeld
Was es leistet

Jederzeit verfügbar, kein Kursrisiko, kein Aufwand. Für die Rücklage von drei bis sechs Monatsausgaben ist es das Richtige, und diese Rücklage sollte vor jeder Anlage stehen.

Wo die Grenze liegt

Über zwanzig oder dreißig Jahre bleibt real fast nichts übrig. Wenn die Zinsen unter der Inflationsrate liegen, verliert das Guthaben jedes Jahr an Kaufkraft. Für den Vermögensaufbau ist Tagesgeld kein Werkzeug, sondern ein Parkplatz.

Freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rente
Was es leistet

Lebenslange Zahlung, staatlich organisiert, kein Kapitalmarktrisiko. Ab 50 lassen sich Abschläge für einen früheren Rentenbeginn ausgleichen; die Beiträge sind weitgehend steuerlich absetzbar.

Wo die Grenze liegt

Sie verstärken damit genau die Säule, deren Niveau sinkt und deren Regeln der Gesetzgeber jederzeit ändern kann. Es entsteht kein Vermögen, das Sie vererben, beleihen oder verkaufen könnten.

Betriebsrente, Rürup, Riester
Was es leistet

Steuer- und Sozialabgabenvorteile in der Einzahlungsphase, bei der Betriebsrente oft ein Zuschuss des Arbeitgebers. Für Angestellte mit gutem Arbeitgeberzuschuss und für Selbstständige mit hoher Steuerlast rechnet sich das häufig.

Wo die Grenze liegt

Das Kapital ist bis zum Rentenalter gebunden, die Auszahlung wird versteuert und bei der Betriebsrente fallen Krankenkassenbeiträge an. Die Verträge sind schwer vergleichbar, und die Kosten verschlucken einen Teil der Rendite.

Wertpapierdepot, ETF-Sparplan
Was es leistet

Breit gestreut, günstig, jederzeit teilbar und verkäuflich, schon mit kleinen Beträgen möglich. Über lange Zeiträume historisch die verlässlichste Art, aus Ersparnissen Vermögen zu machen.

Wo die Grenze liegt

Sie investieren nur das Geld, das Sie selbst aufbringen. Eine Bank finanziert Ihnen kein Depot. Und es verlangt Nerven: Wer in einem Rückgang von 40 Prozent verkauft, macht den Verlust dauerhaft. Genau das passiert vielen.

Die vermietete Immobilie
Was es leistet

Die einzige Anlageklasse, die eine Bank Privatleuten in dieser Größenordnung finanziert. Der Mieter trägt einen großen Teil der Rate, die Miete steigt langfristig mit den Preisen, und nach der Tilgung ist sie Ihr Einkommen. Wie das im Einzelnen funktioniert, steht im nächsten Kapitel.

Wo die Grenze liegt

Es ist keine Anlage für nebenbei und keine für jeden. Sie brauchen eine tragfähige Bonität, einen Horizont von mindestens zehn Jahren und Reserven für Leerstand und Reparaturen. Der Kapitaleinsatz steckt in einem einzigen Objekt an einem einzigen Ort, und verkaufen lässt es sich nicht an einem Nachmittag.

In der Praxis ist es selten eine Entweder-oder-Frage. Wer eine Immobilie finanziert und daneben einen Sparplan laufen lässt, streut über zwei sehr unterschiedliche Anlageklassen. Das ist meist stabiler als beides einzeln.

Kapitel 7

Warum die Immobilie strukturell anders funktioniert

Nicht weil sie „besser“ wäre; Renditen lassen sich so nicht vergleichen. Sondern weil sie als einzige Anlageklasse mit fremdem Geld und fremder Arbeitsleistung aufgebaut wird. Das sind vier Mechanismen, die zusammenwirken.

Sie investieren mit dem Geld der Bank

Für ein Wertpapierdepot bekommen Sie keinen Kredit. Für eine vermietete Wohnung schon, häufig über den gesamten Kaufpreis, wenn Bonität und Objekt stimmen. Aus 20.000 Euro Eigenkapital für die Kaufnebenkosten wird so ein Vermögenswert von 200.000 Euro, der ab dem ersten Tag für Sie arbeitet. Dieser Hebel wirkt in beide Richtungen. Das ist der Preis dafür.

Der Mieter tilgt Ihren Kredit

Die Miete fließt in die Rate. Bei üblichen Konditionen deckt sie den größten Teil davon, oft vier Fünftel. Ihr eigener Aufwand ist die Differenz, meist ein zwei- bis niedriger dreistelliger Betrag im Monat. Am Ende gehört Ihnen ein Vermögenswert, den Sie überwiegend nicht selbst bezahlt haben.

Die Miete wächst mit den Preisen, die Rate nicht

Ihre Kreditrate ist über die Zinsbindung fest. Die Miete dagegen folgt langfristig der allgemeinen Preisentwicklung. Was heute knapp aufgeht, geht in zehn Jahren deutlich auf. Inflation, die Ihr Sparguthaben entwertet, arbeitet bei einer finanzierten Immobilie für Sie: Sie entwertet nämlich auch Ihre Schuld.

Nach der Tilgung ist die Miete Ihre Rente

Das ist der Punkt, der die Immobilie mit diesem Thema verbindet. Ist der Kredit abbezahlt, fällt die Rate weg und die Miete bleibt. Sie wird zu einer monatlichen Zahlung, die genauso lebenslang läuft wie eine Rente, nur dass dahinter ein Sachwert steht, den Sie verkaufen, beleihen oder vererben können.

Dazu kommt die steuerliche Seite. Zinsen, Abschreibung und laufende Kosten mindern die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Und nach zehn Jahren Haltedauer ist ein Verkaufsgewinn bei privaten Immobilien einkommensteuerfrei. Wie stark das bei Ihnen wirkt, hängt von Ihrem persönlichen Steuersatz ab. Das gehört in ein Gespräch mit Ihrem Steuerberater, nicht auf eine Website.

Kapitel 8

Eine Wohnung, 25 Jahre, in Zahlen

Ein durchgerechnetes Beispiel mit offengelegten Annahmen. Es ist bewusst unspektakulär gerechnet. Ihr tatsächliches Objekt rechnen wir im Erstgespräch mit Ihren Zahlen durch.

Die laufende Rechnung, Monat für Monat

Kaufpreis der Wohnungzzgl. rund 7 % Kaufnebenkosten = 14.000 € 200.000 €
Kreditrate3,5 % Zins, 2,5 % anfängliche Tilgung 1.000 €
davon trägt der MieterKaltmiete, 5 % Bruttomietrendite 833 €
Ihr eigener Aufwandvor Steuereffekt und nicht umlagefähigen Kosten 167 €

Nach 25 Jahren und 5 Monaten

Restschuldder Kredit ist vollständig getilgt 0 €
Kaltmiete, in heutiger KaufkraftAnnahme: Mieten folgen langfristig den Preisen 833 €
abzüglich Verwaltung, Instandhaltung, Rücklagerund 25 % der Kaltmiete − 208 €
Bleibt monatlich für Ihren Ruhestand 625 €

Alle Annahmen dieser Rechnung

  • 200.000 € Kaufpreis, Kaufnebenkosten 7 % (Grunderwerbsteuer Sachsen-Anhalt 5,0 % plus Notar und Grundbuch, ohne Maklercourtage)
  • 3,5 % Sollzins, 2,5 % anfängliche Tilgung, Vollfinanzierung des Kaufpreises
  • 25 Jahre 5 Monate bis zur vollständigen Tilgung, rechnerisch bei gleichbleibender Annuität
  • 5 % Bruttomietrendite, also 10.000 € Jahreskaltmiete
  • 25 % für Verwaltung, Instandhaltung und nicht umlagefähige Kosten
  • Alle Beträge in heutiger Kaufkraft, Miete und Preise steigen gleich schnell
  • Nicht berücksichtigt: Steuervorteile aus Abschreibung und Zinsen, Leerstand, Zinsänderungsrisiko nach Ablauf der Zinsbindung, Wertentwicklung des Objekts

Was das für die Lücke bedeutet

625 €

monatlich, in heutiger Kaufkraft, aus einer einzigen Wohnung. Dafür haben Sie über 25 Jahre rund 167 Euro im Monat aus eigener Tasche beigesteuert. Den Rest haben die Bank und der Mieter getragen.

Bei einer Rentenlücke von 1.200 Euro schließt diese eine Wohnung etwas mehr als die Hälfte. Und anders als bei einer Rentenzahlung gehört Ihnen danach noch die Wohnung.

Mit meinen Zahlen durchrechnen

Kapitel 9

Was dabei schiefgehen kann

Wer über eine Kapitalanlage in dieser Größenordnung nachdenkt, hat ein Recht darauf, die Risiken genauso deutlich zu lesen wie die Chancen. Diese fünf sind die relevanten.

Mietausfall und Leerstand

Zahlt der Mieter nicht oder steht die Wohnung leer, läuft die Kreditrate weiter. Deshalb gehören Rücklagen zur Finanzierung dazu, und deshalb ist die Auswahl von Lage und Mieter kein Detail, sondern der Kern der Sache.

Instandhaltung und Sonderumlagen

Dach, Heizung, Fassade, Aufzug: irgendwann kommt eine größere Rechnung, bei Eigentumswohnungen oft als Sonderumlage der Gemeinschaft. Wer keine Rücklage gebildet hat, muss dann nachfinanzieren.

Zinsänderung nach der Zinsbindung

Endet die Zinsbindung nach zehn oder fünfzehn Jahren, wird die Restschuld neu finanziert, zu den dann geltenden Zinsen. Liegen die deutlich höher, steigt die Rate. Eine lange Zinsbindung und eine höhere Anfangstilgung begrenzen dieses Risiko.

Alles an einem Ort

Eine Wohnung ist ein einzelnes Objekt in einer einzelnen Stadt. Verändert sich diese Lage zum Schlechteren, trifft es Ihr gesamtes Investment. Ein Wertpapierdepot streut naturgemäß breiter. Das ist ein echter Nachteil der Immobilie, kein Detail.

Sie kommen nicht kurzfristig heran

Ein Verkauf dauert Monate und kostet Nebenkosten. Wer das Geld möglicherweise in drei Jahren braucht, sollte es nicht in eine Immobilie stecken. Vor jeder Anlage steht eine Rücklage von drei bis sechs Monatsausgaben auf dem Tagesgeldkonto.

Wenn eines davon auf Sie zutrifft, sagen wir Ihnen das. Wir verkaufen niemandem eine Kapitalanlage, die nicht zu seiner Situation passt. Das schadet am Ende beiden Seiten. Im Erstgespräch geht es zuerst darum, ob es passt, und erst danach um ein Objekt.

Antworten auf häufige Fragen

Was uns am häufigsten gefragt wird

Ab wann ist es zu spät, die Rentenlücke zu schließen?

Für eine finanzierte Immobilie ist der Zeitpunkt entscheidend: Die Bank möchte den Kredit im Regelfall bis zum Rentenbeginn getilgt sehen. Bei einer Laufzeit von rund 25 Jahren heißt das, dass ein Einstieg bis etwa Anfang 40 unkompliziert ist. Danach geht es weiter: mit höherer Tilgung, mehr Eigenkapital oder einem kleineren Objekt. Ab Mitte 50 wird es eng, und dann sind andere Wege oft die besseren.

Wie viel Eigenkapital brauche ich?

In vielen Fällen genügen die Kaufnebenkosten, bei 200.000 Euro Kaufpreis also rund 14.000 Euro. Manche Banken finanzieren auch diese mit, verlangen dafür aber einen Zinsaufschlag und eine sehr gute Bonität. Wie viel es in Ihrem Fall ist, hängt von Einkommen, bestehenden Verpflichtungen und dem Objekt ab. Das klären wir im Erstgespräch konkret.

Kann ich mir das bei meinem Einkommen überhaupt leisten?

Die entscheidende Zahl ist nicht der Kaufpreis, sondern die Differenz zwischen Kreditrate und Miete, im Beispiel oben 167 Euro im Monat. Ob diese Belastung tragfähig ist, sagt Ihnen eine ehrliche Haushaltsrechnung, und die machen wir vor allem anderen. Wenn sie nicht aufgeht, sagen wir das.

Muss ich mich um Mieter und Verwaltung kümmern?

Nein. Auf Wunsch übernehmen wir Mietersuche, Verwaltung und Objektbetreuung vollständig. Die Kosten dafür sind in der Beispielrechnung oben in den 25 Prozent bereits enthalten.

Was passiert, wenn der Mieter nicht zahlt?

Die Kreditrate läuft weiter. Das ist das zentrale Risiko. Deshalb gehören eine Rücklage und eine sorgfältige Mieterauswahl zur Planung. Wie lange Sie einen Ausfall überbrücken können müssen, rechnen wir in der Finanzierung mit ein, statt es zu beschönigen.

Ist ein ETF-Sparplan nicht einfacher?

Einfacher auf jeden Fall, und für viele Menschen der passendere Weg. Der Unterschied liegt nicht in der Rendite, sondern im Hebel: Beim Sparplan investieren Sie ausschließlich Ihr eigenes Geld, bei der Immobilie überwiegend das der Bank, getilgt vom Mieter. Wer beides kombinieren kann, streut über zwei sehr unterschiedliche Anlageklassen.

Wie verlässlich sind die Zahlen auf dieser Seite?

Alle Rentenzahlen stammen aus amtlichen Quellen: Deutsche Rentenversicherung, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Statistisches Bundesamt, Deutscher Bundestag. Sie sind unten einzeln verlinkt und auf dem Stand August 2026. Die Beispielrechnung zur Immobilie beruht auf den offengelegten Annahmen und ist ausdrücklich ein Modell, keine Zusage.

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Quellen

  • Deutsche Rentenversicherung: Rentenanpassung 2026: Anpassung 4,24 %, aktueller Rentenwert 42,52 €, Sicherungsniveau 48,0 %
  • Deutscher Bundestag: Bundestag beschließt das Rentenpaket: Haltelinie 48 % bis 2031
  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Rentenversicherungsbericht 2025: Beitragssatz 18,6 %, Sicherungsniveau 46,3 % im Jahr 2039, Nachhaltigkeitsrücklage
  • Statistisches Bundesamt: 16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung: Altersaufbau 2035, Altenquotient, Erwerbsbevölkerung
  • Deutsche Rentenversicherung, Rentenatlas 2025: durchschnittliche Altersrenten zum Jahresende 2024
  • Statistisches Bundesamt: Verbraucherpreisindex, Jahresdurchschnitt 2025: 2,2 %

Stand aller Angaben: August 2026. Die Rentenwerte werden jeweils zum 1. Juli angepasst.

Haftungshinweis

Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information über die Altersvorsorge in Deutschland. Sie stellen keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar und ersetzen keine individuelle Beratung durch einen unabhängigen Finanz-, Steuer- oder Rentenberater.

Der Rentenlücken-Rechner ist ein vereinfachtes Orientierungsmodell auf Grundlage Ihrer eigenen Eingaben. Die Beispielrechnung zur Immobilie beruht auf den dort offengelegten Annahmen und ist ein Modell, keine Zusage und keine Prognose. Tatsächliche Finanzierungskonditionen, Mieteinnahmen, Kosten und Wertentwicklungen unterliegen Marktschwankungen und weichen von den angegebenen Zahlen ab.

Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Verlust des eingesetzten Kapitals. Die InterInvest Immobilien GmbH & Co. KG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der dargestellten Werte, Annahmen und Ergebnisse.

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